Glücklich wer ein Schwein hatte, denn er brauchte nicht zu hungern. Auf dem Dorf war Schweinehaltung jahrhundertelang Teil der Kreislaufwirtschaft. Vor dem Schlachten musste man bei der Gemeinde einen gebührenpflichtigen Schlachtschein holen. Die Fleischbeschau durch einen Veterinär war zwingend vorgeschrieben. Er hat zuerst das lebende Tier begutachtet und am Schlachttag das Fleisch, besonders die Leber, auf Trichinen untersucht.
Geschlachtet wurde meist im Winter, denn man hatte nur den Keller zum Lagern. Pökeln und Räuchern waren die Methoden zur Haltbarmachung. Teils konnte man Fleisch und Wurst auch in Dosen konservieren. Ab den 1960er Jahren wurden dann Haushaltstiefkühltruhen erschwinglich.
Der Schlachttag war ein arbeitsintensiver Tag. Früh am Morgen kam der Hausmetzger und viele helfende Hände wurden gebraucht. Auf dem Bild von 1950 schaffen (v.l.): Anna Maria (Muddele) Koch, Metzger Alfred Kraus (Krusfred), Ernst, Rene und Anna Gremmelspacher. Alle Arbeiten wurden auf dem Hof erledigt, alle Teile des Tieres verwendet.
Zum Schlachtfest am Abend oder am Tag danach waren dann alle HelferInnen eingeladen. Es gab Metzelsuppe, Kuddeln, Leberle und Tellergallert. Auch Kuchen zum Abschluss durfte nicht fehlen.

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Foto: Siegfried Zipfel, Text: Martina Kiefer